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Soziale Degeneration

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18.03.20 / 27.02.20 / 20.01.20 / 18.08.17 / 15.01.07 / ... / 26.05.04

Die Folge mangelhafter politischer Moral

Über die soziale Degeneration der (deutschen) Gesellschaft

Hartes Urteil. Für Beleidigung, Schlechtmachen oder Polemik ist bei diesem Thema kein Raum. Hochgradig sozialdegeneriert soll nüchtern-sachlich einen Zustand beschreiben, der gipfelt in:

Endzustand: Soziozid,

gekennzeichnet durch die Hypertrophie des Gesellschaftsvertrages (Rechtsordnung), die sich durch zunehmende Lähmung von Millionen ankündigt und im Kollaps endet. Keine Sorge : Enden kann. Problem ist, dass im Zustand sozialer Degeneration

  • Erwerbswille millionenfach beeinträchtigt
  • der systematisch fortschreitende Ersatz von Mensch-Mensch-Beziehungen durch
    Staat-Mensch-Staat-Beziehungen das soziale Gewebe schädigt.

Im Streit um die beste Regelung, das beste Instrument, u dgl., wird Energie von Individuen in allen Funktionen (Berufen) der arbeitsteiligen Gesellschaft unnütz vergeudet ... nur weil einige, Sozialingenieure, meinen, eine menschliche Gesellschaft könne gebaut, konstruiert werden.

Wie es dazu kommt, ist oft beschrieben. Da Zukunft unbestimmt ist, versuchen Einzelne immer wieder:

  • Regeln des Geschehens zu finden bzw. zu erkennen (Sozialisten, Nationalisten) oder
  • Werte zu auszuwählen, nach denen das Geschehen, d.h., das Verhalten der Individuen im Voraus bestimmt wird (Konservative).

Beispiele sind die Fehl-Idee des dialektischen Materialismus inzwischen als soziale Gerechtigkeit camoufliert (1) oder die Überhöhung des sozialen Phänomens der Familie.

Dabei sind Anliegen wie soziale Gerechtigkeit oder Familie im Kern mit etwas Gemeinsinn (common sense) ausreichend beachtet positive Aspekte menschlichen Zusammenlebens und werden so von keinem Individuum mit Wirkung auf einen oder viele Andere mutwillig zerstört.

Degeneration, lexikalisch:

Entartete Zellen in einem (biologischen) Organismus, perspektivisch nicht lebensfähig. Etwas ausführlicher ungekürzt gemäß Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG (2001): “Die Abweichung von der Norm im Sinne einer Verschlechterung in der Leistungsfähigkeit und im Erscheinungsbild bei Individuen, Organen, Zellverbänden oder Zellen. Die Degeneration kann auf einer Änderung der Erbanlagen aufgrund von Mutationen, Inzuchtschäden, Domestikation oder Abbauerscheinungen (durch natürlichen Verschleiß, Nichtgebrauch bestimmter Organe, Altern, Krankheiten) beruhen”.

Auch Gesellschaft, hoch-zählig, hoch-arbeitsteilig, hoch-komplex, erscheint wie ein Organismus. Die Gesellschaft der Menschen, sozialdegeneriert, ist, so wie gewachsen und heute konfiguriert, nicht überlebensfähig.

Das Prinzip der Sozialwissenschaftlichen Unschärfe wird zweifach wirksam:

  1. Es wird die weitere Evolution "des Befundes" (i.S. von Zustand) nur schwer erkannt, weil der Grad der Degeneration nicht gut genug abschätzbar ist; es sind schließlich die (erkennenden) Subjekte selbst, die diesen Zustand mit ihren Verhalten bei gewisser Dauerhaftigkeit bestimmen, was zuvor herbeiführt wurde.
  2. Würde bewusst (also kollektiv gelernt), dass "diese Gesellschaft" sozial degeneriert ist und der Zustand sich laufend verschlechtert, änderte sich das Bewusstsein Vieler: Es würden und werden dann ganz bestimmt - allerdings nur dann - diese Vielen reagieren. Sogar noch “5 Minuten vor zwölf”. Es gibt realiter zu viele Stakeholder, die diese Einsicht verhindern wollen. Zwar ist ein gewisser Kulturpessimismus unvermeidbar, zu Fundamental-Pessimismus besteht dennoch kein Anlass. Es gibt Grund zu Optimismus.

Um die doch-noch-Überwindung geht es. Der Bezugsrahmen.

Gesellschaft, organisiert und konstituiert durch nichts als Erfahrung und Wissen, wird als Menge von Menschen (konkret) lebendig. Wissen (Null-Wissen, nicht erreichbarer Grenzfall) bestimmt individuelles Verhalten, damit das Verhalten des Organismus, also das kollektive Verhalten der Beteiligten d.h., Mitglieder. Die Gesellschaft der Menschen verändert sich demzufolge im "Sekundentakt" - tagsüber schneller als zu nachtschlafender Zeit.

Zwecks Veranschaulichung sei gedanklich auf das Modell der Urgesellschaft zurückgegriffen: In relativ kleinen Gruppen, jedoch stets kollektiv, besorgten die Individuen ihre Nahrung und Schutz. Ausgenommen Kleinkinder, Hochbetagte und Schwerkranke trugen alle gemeinsam zu kollektiver Stärke bei. Wurde ein Mitglied schwach, wurde die Gruppe schwächer. Schon deswegen war gegenseitige Unterstützung sinnvoll - dem intra- und intergenerationellen Überleben geschuldet. Menschen hängen eben von einander ab, ergänzen sich. Dies zeigte sich daran, dass Gesellschaft der Menschen, schon immer Erwerbsgesellschaft der Menschen, nur unter der Voraussetzung funktionierte, dass der Anteil aktiver Individuen, abhängig von spezifischen situativen Faktoren, eine kritische Menge überschritt. Auch dann noch, wenn die Anzahl der Individuen stetig weiter zunimmt? Die Frage ist offen. Jedenfalls gab es Gewerbe (Ökonomie) schon bevor als Kondensat der Staat, die Erfahrungs- und Wissensklammer erfunden wurde.

Deutschland heute: Der Weg in den Soziozid lässt sich abbrechen.

Wenn Biomaterial zerfällt, werden seine Bestandteile, etwa die Elemente C, H, O, N, S und P, einfache Stoffe der leblosen Natur.

Eine Gesellschaft der Menschen lebt, wenn ausreichend viele Mensch-Mensch-Beziehungen bestehen. Zerfallen diese Beziehungen, stirbt die Gesellschaft. Vereinzelt hat ein (das) Individuum keine Lebensperspektive

Der unverzichtbare Wille zur Erwerbstätigkeit steht unter Druck

“Nur” 43,5 von 82,8 Millionen Einwohnern sind, teilweise unterfordert, erwerbstätig. Andere müssen entsprechend mehr leisten und entsprechend, im Wesentlichen über Steuern, mehr abgeben. Wird die Entwicklung seit beispielsweise 50 Jahren nachvollzogen, hat in Deutschland die Segregation von Leistungsträgern und davon marginalisierter Menschen stetig zugenommen.

  1. Das dornig empfundene ”Ausländerproblem” ist als eine Erscheinung anfangs gewollter Segregation zu beschreiben. Alle wollten beginnend um 1960 mehr Wohlstand. Es kamen die Gastarbeiter, an die die untersten Positionen der sozialen Leiter vergeben wurden. "Deutsche" gaben bestimmte einfache Tätigkeiten entsprechend auf, wurden beruflich, sozial und ökonomisch "befördert". Gastarbeiter, heute Einwanderer, also Inhaber der Lücken in der Truppe des ökonomischen Fußvolkes.

    Viele sind stolz auf das realisierte deutsche bzw. europäische Sozialstaatsmodell. Der gefeierte “soziale Fortschritt” ist ein gutes Stück erst durch die Einwanderer möglich geworden. Wurde die Segregation der Einwanderer bloß verdrängt, ist sie besonders deswegen ein relevanter Aspekt sozialdegenerierten Gesellschaft.

    Obwohl die Sog.Grünen noch immer zündeln - und so die aFd verfestigen - ist nach dem Merkelschen Anfall von Größenwahn (Aug/Sept 15) inzwischen überwiegend Konsens, dass die Integrationskapazität in Deutschland begrenzt ist - soll innerer Frieden gewahrt bleiben. Trotz bemerkenswerter Erfolge (bald 100.000 Selbständige türkischer Abstammung, unendlich viele Personen, deren Vorfahren 1950 nicht in Deutschland lebten, sprechen perfektes Deutsch) ist die Integration, d.h., Nicht- Segregation, noch unbefriedigend.
     
  2. Die Segregation wird schon lange durch verbreitete politische Propaganda verstärkt. Leistungslose Anspruchsmentalität wird hierbei mit dem wesentlichen Argument katalysiert, dass viele Menschen lediglich zu Teil-Leistung Fähigkeit u. Chance haben, derweil Reiche sich das “leichte Leben” gönnen. Die grundsätzlich nicht zu überwindende strukturelle Schwäche (2) der Demokratie, Resultat des gewollten Parteien- und Politikerwettbewerbs, wird auch in 100.000 Jahren veritablen Funktionärskasten die Existenz unter Einsatz des "Instrumentes" soziale Tränendrüse sichern. An der Minimierung dieser nachhaltig wirksamen Belastung ist mit Nachdruck zu arbeiten.
     
  3. Schon die Urgesellschaft kannte Umverteilung. Immerhin ist Schutz, mitnichten Dispens vor Pflichten, der Schwächsten, Selbstschutz der Gesellschaft.

    In Deutschland aber wurde bei nicht definierter finaler Zielsetzung Umverteilung sogar Schwerpunkt von Parteiprogramm und politischer Aktion. Staatlich administrierte Umverteilung hypertrophierte "Staat", generierte etwa die Sozial- und Arbeitslosenindustrie.

    Unverzichtbarer innerer Friede bindet Ressourcen, gewiss. Zwar sind sog..”Sozialsysteme”, wie Stabsabteilungen der Gesellschaft unverzichtbar, also nützlich, aber zu Produktion und Erwerb tragen sie zwar indirekt aber “physikalisch” nicht bei. Leistungsdruck wird, da viele aus der Produktion ausscheiden, weiter verstärkt. Produktivitätssteigerung durch Rationalisierung kompensiert dies zwar teilweise - aber dadurch wird, pauschal, der Leistungsdruck ebenfalls verstärkt. Leistung ist nun unbequeme Last; weitere Individuen kommen nicht mit. Marginalisierung wird angesichts der Anspruchsstandards obendrein tendenziell attraktiver. Zusätzlich erhält die Infektion der Schwarzarbeit Auftrieb. Der Prozess “spiralisiert” und wird dennoch systematisch unter dem Paradigma der Sozialgerechtigkeit weiter beschleunigt. Und etwa Pflege der Biosphäre oder Bildung müssen außerdem sein ... bezahlt der Heilige Geist?

Das soziale Gewebe wird systematisch geschwächt

Angela Merkel, sagte Anfang 2007 die Menschen seien sehr erfinderisch. Wenn unschädlich für die Höhe des ALG II Zuverdienst vorgesehen (“erlaubt”) werde, dann würden viele eben so viel arbeiten. Mehr aber nicht, weil die “Förderung” verloren ginge.

Die staatliche Sozialpolitik (analog das Wirken der Gewerkschaften) ersetzt Mensch- Mensch-Beziehungen systematisch durch Mensch-Staat-Mensch-Beziehungen (M-S-M-). Persönliche Leistungsgewährung, persönliche Entlohnung und persönliche Kontrolle in gefühlter und realer gegenseitiger Abhängigkeit, d.h., das persönliche Beziehungsgefüge der (archaischen) Menschheit ist vielfach ausgeschaltet. Die verstärkenden Ligaturen der arbeitsteiligen Gesellschaft kompensieren den Effekt nicht (3). Zivilisation hat unter diesen Umständen sozial desintegrierende Wirkungen.

Viele, die "Politik gestalten", konfigurieren am “Europäischen Sozialstaat-Modell”, besorgen so den Ausbau der M-S-M-Beziehungen. Es sinkt die Anzahl verfügbarer produktiver Kräfte. Zu allem Überfluss lähmen Angebot und Nachfrage der Fürsorge die Produktivkräfte. Wenn Bundespräsident Rau und die Kandidatin für das Amt Frau Prof. Dr. Gesine Schwan im Frühjahr 2004 die Selbstverständlichkeit vom Primat der Politik, sicherlich mit politischem Hintergedanken, ausdrücklich adressieren, dann sollte vom Glück gesprochen werden, dass Wirtschaft und die Resultate der staatlichen Finanzpolitik schon seit Jahren unübersehbare Warnsignale senden ...

Resultat:

Soziale Bindungen zerfallen zunehmend; zu Viele sind Zaungäste der Erwerbsgesellschaft. Außerdem besteht der Verdacht (dieser Punkt wird später in den LN noch behandelt), dass die Organe der Gesellschaft funktionell aus dem zur Kooperation unverzichtbaren Gleichgewicht gefallen sind.

Die soziale Degeneration der Menschen-Gesellschaft kann im Soziozid enden.

Was zu tun ist

Mensch-Mensch-Beziehungen müssen, ohne Zweifel behutsam, die depersonalisierten, anonymisierten M-S-M-Beziehungen ersetzen. Freiheit erhält neben der herkömmlichen Recht-Komponente eine Pflicht-Komponente: Frei zu handeln, sich um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern, damit dazu beitragen, dass das gesellschaftliche Beziehungsgefüge wieder aufgebaut wird, ist damit ein Gebot von Ethik.

Liberalismus und liberale Geisteshaltung stoppen früher-heute-künftig die soziale Degeneration. Jenseits liberaler Ideale ist erforderlich, dass per rationalem Kalkül der Konstruktivismus überwunden wird. Hayek hat beschrieben, was nicht funktionieren kann. Wenn Totalitarismus nicht erwünscht ist, dann gibt es bezogen auf Deutschland keine andere Wahl als den Arbeitsinput zügig zu erhöhen, den Anteil des Sozialetats am BIP entschlossen und gezielt, gleichwohl behutsam ein Stück zurückzufahren und den Sozialetat entsprechend den heutigen Gründen für Marginalisierung in das bzw. im Prekäriat (Link ursprünglich 20061018) umzuschichten.

Zwar steht der Soziozid nicht unmittelbar bevor, dennoch ist zweckmäßig und wünschenswert so wie so, diese Gefahr (das Gegenteil von Chance) zu vermindern.

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(1) wegen historisch dokumentiertem Scheitern längst ohne Akzeptanz und für die sozialistische Praxis durch das verharmlosende Konzept der sozialen Gerechtigkeit ersetzt. Der gängige Überbietungswettbewerb macht die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit zum Selbstläufer.
(2) strukturelle Schwäche also konzediert, blanker Überbietungswettbewerb aber nicht
(3) Eine Behauptung, die zu beweisen ist, scheitert weil quantifizierende Kriterium nicht exisitiert. Zunehmende M-S.M-Beziehungen und zunehmende Arbeitsteilung sind weitgehend unabhängig von einander.
 

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