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16.01.18

Volonté générale leider nur idealtypisch

Der Ausdruck der volonté générale wurde von Rousseau in der Weise geschärft, dass der Gemeinwille unfehlbar das Interesse aller repräsentiert und damit genuine Basis für den Gesellschaftsvertrag bildet. Die volonté générale entsteht laut Rousseau unter diesen Voraussetzungen:

  • Information
  • Vernunft und
  • Urteilskraft

Das Konstrukt erweist sich unmittelbar als idealtypisches, denn:

  • Die Individuen sind unvermeidlich unterschiedlich informiert
  • Im Einzelnen bleibt umstritten, welche Entscheidung vernünftig ist
  • die Urteilskraft der Individuen hängt von ihrer Bildung, der persönlichen Lebenslage und unterschiedlich wirkenden externen Faktoren ab.

Dennoch geht sowohl von der Idee des Gesellschaftsvertrages so wie der der Gemeinwillens, zumal unter Einsatz der französischen Worte “contrat social” und “volonté générale”, die gefühlt im deutschen Sprachschatz anders platziert sind, Faszination aus.

Hier also geht es um den (einheitlichen) Gemeinwillen / Allgemeinwillen. Erfreuend wirkt der Gedanke, dass bei bestehen von Gemeinwillen ein nennenswerter Teil unproduktiver Auseinandersetzungen durch Friedfertigkeit ersetzt wäre.

Bei der Vorstellung im Staat der Ameisen bestehe ein ausgeprägter Gemeinwille, stocken, Puls, Atem und ein verwirrtes Gehirn. Alle Menschen gleich? Entsetzlich. Wäre in den Fall überhaupt von Menschheit zu sprechen?

Nun muss etwa zur Frage, ob Sonntags in allen Familien Mittags Müsli vegetarisch genußvoll gespeist oder Rinderflanke mit Pommes und Mayonnaise-Salat gewürgt wird ganz bestimmt kein Gemeinwille hergestellt werden.

Es kommt also auf den Inhalt, die §§ des Gemeinwill-Paketes an.

Wenn 50% der Bürger Marktwirtschaft, die anderen jedoch Planwirtschaft künftig wollen, lässt sich Gemeinwille in dieser und weiteren damit zusammenhängenden Themen nicht herstellen.

Besteht ein signifikanter Gemeinwille, wenn “alle” Demokratie wollen? 2018ff eher nicht, denn es kommt auf die Definition und konkrete Gestaltung von Demokratie an.

Das Feld für Gemeinwillen in einem Land, einer Gesellschaft ist alles aber keine Wiese um drauflos reinzubeißen. Das Terrain bleibt zumindest unübersichtlich. Und für die globalisierten Verhältnisse kaum zu nutzen.

Für Projekte hat es schon immer Gemeinwillen gegeben. So bestand 1789 in Frankreich der Gemeinwille, den König loszuwerden. Angesichts verbreiteter Angst vor der Klimakatastrophe wär vielleicht nützlich, den Gemeinwillen den Rhein um 36 m zu stauen, um vor Ort 700 MW-h pro Stunde lecker Ökostrom herzustellen. Das Beispiel zeigt, dass unter definierten Gesichtspunkten sinnvolle Projekt mitnichten Selbstläufer sind. Gewalt als Mittel zur Erzeugung von Gemeinwillen scheidet unter liberalen Prämissen aus. Für die friedliche Errichtung der Staumauer an der Loreley wäre, so vorhanden, eine schier entgrenzte Menge von Führungsenergie erforderlich.

Das Faszinosum des Gemeinwillens steht trotz der vorangehenden Anfechtung.

Bei Betrachtung der Welt als Ganzes ist eine Gemeinsamkeit sofort unübersehbar: Alle sind Menschen, die leben wollen. Ein massiges und robustes Element für Gemeinwillen. Den Elchtest würde dieses Element bestehen, wenn die Welt noch dichter besiedelt wäre. Der Ausgang des Elchtestes bleibt ungewiss, zumal sich alsbald Herrscher oder Herrschergruppen finden würden, die Verfeindung produzierten: Kampf um das nackte Überleben aller gegen alle.

Gemeinwille scheint sich nicht herbei-führen zu lassen. Weder durch Führungskunst noch Revolution. Gemeinwille ergibt sich (1), durchaus zufällig, wenn geeignete (stets ex ante unbekannte) Faktoren zusammenkommen. So war das 1789: “Der König ist zu stürzen”. Rousseau schärfte zu dem Prozess die “volonté générale”. Er irrte bezüglich der nachhaltigen Wirksamkeit des Konzeptes. Rosseau gilt als Liberaler.

Die Folgen des Konzeptes vom Gemeinwillen für heutige Politik

Elemente von Gemeinwillen zu identifizieren macht Sinn. Dies trägt zur Transparenz vor allem für Einwanderer bei. Viele zusätzliche Individuen wissen besser, was Sache ist. Das Risiko der Manipulation besteht aber wohl eher erfolglos, denn Gemeinwille entwickelt sich auf der Basis bestehender Gefühle. Die zu manipulieren ist daher riskant.

Es bewährt sich die Forderung: Das Gewissen, die Gefühle des je anderen sind aus liberaler Sicht Tabu-Zonen

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(1) Hayek, Antikonstruktivismus: ... durch Menschenhand, aber -entwurf
 

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