L i b e r a l e N o t i z e n
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Sammlung Originaldokumente in http://www.liberale-notizen.de |
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Marco Buschmann an die
Mitglieder der FDP (Auszug) nach der BT-Wahl vom 23.02.25 27. Februar 2025 Schon in den ersten Tagen nach der Wahl deutet sich an, dass CDU/CSU
vieles von dem, was sie vor der Wahl versprochen haben, trotz ihres Sieges
nach der Wahl nicht verwirklichen werden. Dabei kann man nur für die
Stabilität unserer Demokratie darauf hoffen, dass die neu zu bildende
Regierung alles tut, um wieder zu einer wachsenden Wirtschaft, geordneter
Migration und zu einem schlankeren und effektiveren Staat zu kommen. Sonst
drohen die Ränder noch stärker zu werden. Welche verheerenden Folgen das
haben würde, können wir derzeit überall auf der Welt beobachten. Darüber
mache ich mir große Sorgen. Keine Sorgen mache ich mir um die Zukunft der Freien Demokraten. Denn
Freiheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen – wie Wasser, Nahrung und die
Luft zum Atmen. Und weil keine andere Partei für grundrechtliche,
gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit gleichermaßen steht, gibt es
auch ein Grundbedürfnis für die Freien Demokraten in Deutschland. Keine Sorgen mache ich mir auch, weil ich in den unzähligen
Wahlkampfveranstaltungen so viele großartige, motivierte und sympathische
Freie Demokraten getroffen habe. Die Stärke einer Partei machen die Menschen
aus, die sie bilden. Und die Mitglieder der Freien Demokraten sind stark,
also werden auch die Freien Demokraten als Partei wieder stark sein. Natürlich werden die nächsten Jahre sehr anstrengend. Darüber darf sich
niemand einer Illusion hingeben. Aber die Freien Demokraten haben es schon
einmal geschafft, sich aus der außerparlamentarischen Opposition zurück ins
Parlament zu kämpfen. Also können sie es wieder schaffen. Da ich beim letzten
erfolgreichen Neustart mitwirken durfte, gibt es aus meiner Sicht ein paar
notwendige Bedingungen, die dafür erfüllt sein sollten: •
Freie Demokraten sind Menschen und Menschen machen Fehler. Die müssen wir
analysieren – aber nicht, um sie uns gegenseitig vorzuhalten, sondern um
gemeinsam als Partei besser zu werden. Halten wir uns nicht gegenseitig
unsere Schwächen vor, sondern bilden wir Teams, die sich in ihren Stärken so
gut ergänzen, dass wir unschlagbar werden! •
Entziehen wir uns dem Links-Rechts-Schema! Das ist ein Spaltpilz, der
seit dem 19. Jahrhundert immer wieder in die liberale Bewegung getragen
worden ist. Die Gründungsidee der FDP nach dem Zweiten Weltkrieg war der
Gegenentwurf. Er lautete: eine liberale Partei für alle Liberalen! Links ist
nicht liberal. Denn dort wird häufig von Freiheit und Demokratie in der
Opposition gesäuselt. Aber wenn Linke die Macht in Händen halten, wollen sie
nichts mehr davon wissen. Denn der Mensch ist ihnen im Grunde nur Baustein im
Plan der eigenen Gesellschaftskonstruktion. Rechts ist nicht liberal. Denn
Rechte halten den Menschen seiner Natur nach für so schwach, verkommen und
zynisch, dass er unter die Kontrolle eines mächtigen Leviathans, Tyrannen
oder Diktators gehört. Bleiben wir also bei unserer eigenständigen liberalen
Grundüberzeugung: Der Mensch ist seiner Natur nach und durch Bildung fähig,
seine Angelegenheiten im Rahmen allgemeiner Regeln mit seinen Mitmenschen auf
Augenhöhe zu erledigen. Er braucht weder den allmächtigen Sozialingenieur
noch den allmächtigen Leviathan, um seinen Weg des Strebens nach Glück mit
Anstand zu gehen. •
Seien wir optimistisch, freundlich und humorvoll! Denn auch für die
beste Sache wirbt es sich schlecht, wenn man es mit runtergelassenen
Mundwinkeln, überheblich und schlecht gelaunt angeht. Freiheit ist ein Weg
zur Lebensfreude, und deshalb muss Lebensfreude auch den Weg der Freiheit
prägen. Viele Freie Demokraten haben mir in den letzten Tagen geschrieben. Viele
davon haben mich gebeten, mich als Generalsekretär oder gar als
Bundesvorsitzender auf dem nächsten Parteitag zur Wahl zu stellen. Das ehrt
mich und natürlich freut es mich auch. Aber nach einem Wahlergebnis wie dem
vom letzten Sonntag muss ein Generalsekretär Verantwortung übernehmen. Daher
stehe ich für diese Aufgaben nicht zur Verfügung. Ich habe nun seit 16 Jahren
hauptberuflich Politik betrieben. Das war eine wunderbare Zeit, für die ich
sehr dankbar bin. Aber nun ist es Zeit für was Neues. Natürlich bin ich nicht
aus der Welt. Ich bleibe ein politischer Mensch und werde mich weiter
ehrenamtlich für die FDP engagieren. Die FDP wird wiederkommen. Wir haben es selbst in der Hand |