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Punkte für die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland
11.
August 2017kunft kommt nicht
von allein
Es
geht um die Zukunft der deutschen Schlüsselindustrie: Autos „Made in Germany“
sichern hunderttausende Arbeitsplätze in Deutschland. Das muss auch so
bleiben. Aber die Abgas-Skandale haben Vertrauen gekostet und die
Herausforderungen der Zukunft sind enorm. Der Strukturwandel hin zu alternativen
Antrieben und einer immer stärkeren Digitalisierung der Mobilität entscheidet
über die Perspektiven des Automobilstandorts Deutschland. Ein schlichtes
„Weiter so“ darf es daher nicht geben. Wohlstand und Arbeitsplätze sowie eine
intakte Umwelt für unsere Kinder sichern wir nur, wenn wir jetzt den Mut zur
Erneuerung haben. Wir müssen anpacken statt aussitzen.
Sofortmaßnahmen
umsetzen: Die Auto-Industrie steht in der Verantwortung, schnell und
wirksam die Luftverschmutzung in unseren Städten zu bekämpfen. Dazu
zählen Software-Updates, Umtauschprämien und Investitionen sowie die
Unterstützung für Städte mit besonders starker Abgas-Belastung. Klar
ist: Die Hersteller müssen diese Maßnahmen bezahlen, nicht die
Autofahrer oder die Steuerzahler.
Staatliche
Aufsicht verbessern: Der Diesel-Skandal hat gezeigt, dass es zu
viele Spielräume für Schummel-Tricks der Hersteller und zu wenig
wirksame Kontrollen gibt. Wir werden die Kontrollverfahren neu ordnen,
damit die Grenzwerte auch in der Realität und nicht nur auf dem Papier
eingehalten werden. Gleichzeitig stärken wir Verbraucherinnen und
Verbraucher durch die Möglichkeit der Musterfeststellungsklage.
Investitionen,
Innovationen und Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Automobilität: Diesel- und Erdgas-Antriebe sind
für einen absehbaren Zeitraum Brückentechnologien. Perspektivisch muss
die deutsche Autoindustrie jedoch auch bei neuen Antriebstechnologien
führend sein und Leitmarkt für die Elektromobilität werden: Durch eine
europäische E-Mobilitätsquote, steuerliche Sonderabschreibungen für
gewerbliche Nutzer und die Modernisierung der ÖPNV-, Taxi- und
öffentlichen Nutzfahrzeugflotten durch Elektrofahrzeuge setzen wir dafür
wichtige Impulse. Gleichzeitig schaffen wir die rechtlichen
Voraussetzungen für die digitale Mobilität und das automatisierte
Fahren.
Industriepolitik
für die Mobilität von morgen: Mit der Plattform „Zukunft der
Automobilindustrie“ werden wir den Strukturwandel gemeinsam mit
Gewerkschaften, Verbänden und Experten politisch flankieren. Denn für
die Mobilität von morgen brauchen wir auch abgestimmte Maßnahmen im
Bereich Qualifizierung, Infrastruktur und Forschung. Dazu gehören
Weiterbildungsmaßnahmen für die Beschäftigten, eine eigene
Batteriezellproduktion am Standort Deutschland sowie die notwendige
Ladeinfrastruktur. Unser Ziel: 100.000 Ladesäulen im Jahr 2020.
Neue
integrierte Verkehrskonzepte entwickeln: Wir werden die neuen digitalen
Möglichkeiten besser nutzen, um das Automobil von morgen mit anderen
Verkehrsträgern eng zu vernetzen. Mit einer digitalen
Mobilitätsplattform, die Verkehrsdienstleistungen aus einer Hand bieten
soll, wird Mobilität bequemer, umweltfreundlicher und effizienter.
Die Autoindustrie steht wie unser Land vor
einer Richtungsentscheidung:
Sie muss jetzt entschlossen und konsequent die Herausforderungen der Zukunft
anpacken. Deutschland kann mehr!